Kultur / 2016
Gemeinschaftszentrum Wangsan-ro
Was ist eine Grenze in der Architektur?
- Ort
- Seoul, Südkorea
- Typologie
- Kultur
- Status
- Studienprojekt
- Jahr
- 2016
Dieses Projekt verwandelt ein bestehendes Gebäude an der Wangsan-ro 9-gil im Seouler Bezirk Dongdaemun-gu in ein Gemeinschaftsbad. In welchem gemeinsamen Raum könnten sich langjährige Bewohnerinnen und Bewohner, das lokale Handwerk, die Kundschaft des traditionellen Markts und die nach der Stadterneuerung zuziehende Bevölkerung begegnen? Messingrahmen, Glas und Wasser lassen die festen Grenzen des Gebäudes durch Reflexion und Brechung verschwimmen. In Räumen, die sich mit dem Licht und der Bewegung der Menschen verändern, denken wir neu über die Bedeutung von Gemeinschaft nach.

Ein Ort für ein Quartier im Wandel
Kleine Handwerksbetriebe und der traditionelle Markt prägen den Alltag in Yongdu-dong. Mit der Stadterneuerung kommt eine neue Bevölkerung hinzu. Die Gemeinschaftseinrichtung soll Menschen nicht nur versammeln, sondern gemeinsame Interessen entstehen lassen. Aus dem Zentrum einer festen Gruppe wird ein offener Ort des Austauschs zwischen Gemeinschaften.
Grenzen verschwimmen lassen
Der Austausch zwischen Gemeinschaften braucht mehr als klar umschlossene Räume. Der Entwurf beseitigt Grenzen nicht, sondern verändert fortlaufend ihre Wahrnehmung. Im Licht überlagern sich Messingrahmen und Glas; Reflexion und Durchsicht verschieben sich mit dem Blick. Anders als ein Freibad mit weitem Ausblick bezieht dieses Bad seine Atmosphäre aus dem Innenhof und dessen uneindeutigen Rändern.
Von räumlichen Grenzen zur Zeit
Zeit und Bewegung ergänzen die durch Linien, Flächen und Körper bestimmten Grenzen. Spiegelungen und Brechungen in Glas und Wasser verändern sich mit dem Standort der Menschen und dem Licht. Drei Anordnungen untersuchen unterschiedliche Tiefen und visuelle Wirkungen: doppelte ebene Verglasung, doppelte fragmentierte Verglasung und geneigtes Einfachglas.

Drei Grenzen um einen Innenhof
Ein ergänzter Baukörper stärkt den Innenhof des bestehenden Gebäudes; der Raum wird in drei Zonen gegliedert. Eine dicke Aussenwand vermittelt Geborgenheit. Zwischen zwei Glasschichten entsteht durch überlagerte Spiegelungen die beweglichste Zone. Die dünne innerste Grenze öffnet sich zum Hof und ermöglicht ein Erlebnis des Aussenraums aus einem geschützten Inneren.

Grundrisse und Schnitte



Mitwirkende
- 2016, Entwurfsstudio III











