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Innenarchitektur / 2019

Big Moon

Lichtinstallation und Innenraumgestaltung

Ort
Seoul, Südkorea
Typologie
Innenarchitektur
Status
Realisiert
Jahr
2019
Polygonale Decke und indirekte Beleuchtung in Big Moon
Polygonale Decke und indirekte Beleuchtung in Big Moon

Dieses erste eigenständig realisierte Projekt entstand für einen Studenten, der ein weltweit anerkannter Bierexperte werden wollte und eine markante Bar für sein erstes selbst gebrautes Bier benötigte. Die wesentliche Herausforderung war das auf etwa 20’000 US-Dollar begrenzte Budget. Günstige, leicht verfügbare Industriematerialien wurden durch präzise Details neu interpretiert. Ungewöhnliche Proportionen und bewusste Licht-Schatten-Kontraste steigern die Atmosphäre ohne grosse strukturelle Eingriffe. Das Projekt zeigt, dass durchdachte Entwurfslogik auch mit bescheidenen Mitteln einen hohen räumlichen Wert schaffen kann.

Untersuchung der Raumatmosphäre

Bestehendes Untergeschoss vor dem Umbau
Bestehendes Untergeschoss vor dem Umbau
Bewusst reduzierte Deckenhöhe · Indirekte Beleuchtung einer polygonalen Decke
Bewusst reduzierte Deckenhöhe · Indirekte Beleuchtung einer polygonalen Decke

Räumliche Einschränkungen überwinden: ausgewogene Schnittproportionen

Der Bestand war ein dunkles und beengtes Untergeschoss. Trotz seiner kleinen Grundfläche besass es eine relativ grosse Raumhöhe, die paradoxerweise die horizontale Enge betonte. Die Skizze entwickelt eine effiziente Erschliessung für den begrenzten Grundriss und stellt zugleich ausgewogene räumliche Proportionen im Schnitt her.

Skizze zur Untersuchung der Proportionen in Grundriss und Schnitt
Skizze zur Untersuchung der Proportionen in Grundriss und Schnitt

Atmosphäre gestalten: warmes Holz und kühler Zement

Der Name Big Moon geht auf einen universitären Kurs des Bauherrn mit dem Titel «Vom Urknall zur Zivilisation» zurück. Diese Identität sollte unmittelbar im Raum erfahrbar werden. Neben der Vorstellung, den Mond zu betreten, greift der Entwurf die im Namen enthaltenen Gegensätze auf. Leichtes, warmes Holz wird schwerem, kühlem Zement gegenübergestellt und erzeugt einen subtilen Dialog gegensätzlicher Materialeigenschaften.

Atmosphärischer Kontrast · Roter Mond
Atmosphärischer Kontrast · Roter Mond
Atmosphärischer Kontrast · Weisser Mond
Atmosphärischer Kontrast · Weisser Mond

Triangulierte Geometrie zur Aufnahme von Bautoleranzen

Die Deckeninstallation besteht aus MDF-Platten mit einer dünnen Holzfurnieroberfläche. Da sie im Eigenbau statt durch Fachbetriebe ausgeführt wurde, kam eine triangulierte polygonale Geometrie zum Einsatz, die Bautoleranzen effizient aufnimmt. Natürliche Fugen zwischen den Platten erfordern keine exakt parallele Ausrichtung. Gleichzeitig lässt sich das Biegeverhalten des Materials kontrollieren, wodurch eine weich geschwungene Form entsteht.

Lichtfugen zwischen dreieckigen Platten
Lichtfugen zwischen dreieckigen Platten
Innenraum unter Holzplatten und indirektem Licht
Innenraum unter Holzplatten und indirektem Licht
Polygonale Decke entlang des Lichtverlaufs
Polygonale Decke entlang des Lichtverlaufs
Kontrast zwischen kühlem Zement und warmen Möbeln
Kontrast zwischen kühlem Zement und warmen Möbeln

Durchgängige Umsetzung: vom Entwurf bis zum Bau

Das Projekt wurde von den ersten Entwurfsschritten bis zur Fertigstellung vollständig in Eigenarbeit ausgeführt. Die unmittelbare Beteiligung am gesamten Prozess reduzierte die Kosten und ermöglichte zugleich eine höhere Ausführungsqualität und präzisere Details.

Untersuchung der Raumatmosphäre · Visualisierung 1
Untersuchung der Raumatmosphäre · Visualisierung 1
Untersuchung der Raumatmosphäre · Visualisierung 2
Untersuchung der Raumatmosphäre · Visualisierung 2
Deckenmontage und Eigenbau
Deckenmontage und Eigenbau
Innenausbau während der Fertigstellung
Innenausbau während der Fertigstellung

Mitwirkende

  • Einzelprojekt · Januar–Februar 2019 · Entwurf und Eigenbau
  • Ort: Untergeschoss, 6, Hoegi-ro 26-gil, Dongdaemun-gu, Seoul